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Aktualisiert: 04 MAY 99 
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Ein Platz für Bibliotheken und andere Institutionen des intellektuellen 
und kulturellen Erbes im IST Programm der Europäischen Kommission




Leitaktion III.2.3: Zugang zu wissenschaftlichem und kulturellem Erbe - Aufruf geöffnet 19. März 1999

Leitaktion III.2.4: Erhaltung des kulturellen Erbes durch Digitalisierung – Aufruf geplant 15. September 1999

Arbeitsprogramm 1999 - Letzer Entwurf


Mit Ablauf des vierten Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung der Europäischen Kommission (4. RP, 1994 - 1998) endet auch eine fruchtbare Zeit für die Bibliotheken Europas. Das europäische Bibliotheksprogramm, bekannt zuletzt als Sektor (Telematik für Bibliotheken ) eines der großen Teilprogramme des 4. RP, konnte in den zirka zehn Jahren seines Bestehens (1988 - 1998) Mittel für immerhin nahezu 100 Projekte und sonstige Aktionen zur Verfügung stellen (vgl. den Aufsatz Offene Grenzen für die Bibliotheken Europas in B.I.T. online, Heft 3/98).

Nun hat das 5. Rahmenprogramm (5. RP, 1999 - 2002) begonnen - mit einigen Neuerungen auch in einem der größten Bereiche, der traditionell von den europäischen Rahmenprogrammen abgedeckt wird, dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Bisher gab es hier drei getrennte Förderungsschienen, ESPRIT ACTS und TELEMATIK-Anwendungen , mit teilweise unterschiedlichen Teilnahmeregeln und jeweils eigenem Management. Diese drei werden nun durch eine einzige ersetzt: durch das Programm Technologien für die Informationsgesellschaft , kurz IST (Information Society Technologies) genannt.

Wie die übrigen vier thematischen Programme unter dem 5. RP, gliedert sich auch IST in

  • Leitaktionen (key actions ),
  • Aktionen zur Unterstützung sonstiger relevanter Forschung und Technologieentwicklung,
  • sowie allgemeine Infrastrukturmaßnahmen.

Den Leitaktionen wird der Löwenanteil des verfügbaren Budgets von zirka 3,6 Milliarden Euro zugeteilt. Sie beziehen sich auf:

Während es bisher beispielsweise für Bibliothekare relativ einfach war, das ihnen angemessene Angebot zu orten (eben in jenem SektorTelematik für Bibliotheken ), sind die neuen Leitaktionen und die ihnen untergeordneten Aktionslinien noch weniger klientelspezifisch als es einzelne Sparten der Vorgängerprogramme je gewesen sein mochten.

Dennoch: Der gewissermaßen natürliche Hafen für Projekte zum Beispiel aus der Welt der Bibliotheken wird Leitaktion III sein, Multimedia-Inhalte und -Werkzeuge , mit ihren Aktionslinien:

  • Interaktives elektronisches Publizieren,
  • digitales Erbe und kulturelle Inhalte,
  • Aus- und Weiterbildung,
  • Sprachtechnologien,
  • Informationszugang, -filterung, -analyse und -handhabung.

Von diesen Aktionslinien ist in unserem Zusammenhang vor allem die zweite, digitales Erbe und kulturelle Inhalte , von Interesse. Der offizielle Text weist darauf hin, daß es hier vornehmlich darum geht,

  • den Zugang zum intellektuellen und kulturellen Erbe Europas weiter zu verbessern,
  • den Beitrag der Gedächtnisinstitutionen zu einer sich abzeichnenden Kulturökonomie herauszustellen
  • und ihrer Bedeutung für den wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritt noch stärker gerecht zu werden.

Damit sind aber offenbar keineswegs nur Bibliotheken eingeladen, geeignete Projekte vorzuschlagen oder sich an solchen zu beteiligen. Die Aktionslinie ermutigt vielmehr ausdrücklich zu Partnerschaften zwischen Institutionen, welche - in den meisten europäischen Ländern - traditionell eher separaten Welten angehören. Mit dem auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinendem Etikett "digitales Erbe " soll deutlich gemacht werden, daß mit den heute verfügbaren Technologien ohne weiteres Brücken zwischen jenen ehedem getrennten Welten geschlagen werden können. Durch solche Querverbindungen könnten beispielsweise die Potentiale von Bibliotheksbeständen, musealen Sammlungen und Archiven aller Art dazu genutzt werden, nicht nur neue Wege der Wissensvermittlung zu erproben, sondern auch die Entdeckung bisher verborgener Sachverhalte zu erleichtern oder gar erst zu ermöglichen. Sowohl interessierte Bürger als auch Fachleute der verschiedensten Disziplinen und Berufsgruppen könnten hieraus beträchtlichen Gewinn ziehen.

Erbe ist nicht nur etwas, das wir bekommen. Auch manche Produkte unserer eigenen kulturellen und intellektuellen Kreativität mögen es wert sein, an nachfolgende Generationen weitergegeben zu werden. Und so verweist "Digitales Erbe " auch auf die immer wichtiger werdende Bewahrung und Bereitstellung von originär digitalen Publikationen. Dabei gibt es zweifellos schwierige technische, organisatorische und rechtliche Probleme, deren Lösung nicht nur die Zusammenarbeit der schon genannten Institutionen erfordert, sondern auch und gerade die Mitarbeit einschlägiger Industrien.

Insgesamt führt die Aktionslinie in ein weites Feld für die Anwendung und Erprobung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen, die etwa seit Beginn der neunziger Jahre dem Oberbegriff "digital libraries" zugeordnet werden, einem Begriff, der mit "digitale Bibliotheken" nur ungenau übersetzt ist. Auf der einen Seite sind "digital libraries " strukturierte Kollektionen digitaler Objekte (einschließlich digitaler Surrogate konkreter Gegenstände), welche im allgemeinen über mehrere miteinander vernetzte Loci verteilt sind. Andererseits bezeichnetDigital Libraries (man beachte die Großschreibung), ein multidisziplinäres Forschungsgebiet, in dem sich vorwiegend Informatiker, aber in zunehmendem Maße auch Informations-Wissenschaftler und -Praktiker (einschließlich Bibliothekare, Archivare, Dokumentalisten, etc.) tummeln. Es bezieht seine Substanz aus klassischen Teilgebieten der Informatik, wie etwa Information RetrievalDatenbanken undDokumentenverwaltungs-Systemen . Rasante Fortschritte unter anderem in den Speicher-, Scanning-, Netzwerk- und Interfacetechnologien haben wesentlich zu seiner Entstehung beigetragen. Und natürlich die Notwendigkeit, mit einer beständig wachsenden Produktion von Dokumenten aller Art, gestützt auf eine Vielzahl von Medien, fertig zu werden. Eine Notwendigkeit, die auch und gerade für die traditionellen Gedächtnisinstitutionen (BibliothekenMuseen und Archive ) immer drängender wird. Dabei bietet - wie gesagt - diedigitale Konvergenz diesen Institutionen eine vortreffliche Gelegenheit, gemeinsam neue Dienste sowohl für ein breites Publikum als auch für spezielle Nutzergruppen zu entwickeln.

Tatsächlich wurde im Rahmen des bisherigen Bibliotheksprogramms bereits einiges an Vorarbeit in diese Richtung geleistet. Es wurden - und werden noch - Projekte gefördert, welche durch wesentliche Stichworte des neuen Programms zumindest teilweise charakterisiert werden können:

  • Integrative Strukturierung dezentraler Repositorien digitaler und nicht-digitaler Objekte (z.B. Bibliotheksbestände, Museumssammlungen, öffentliche Archive, Archive multimedialer Kunst, Tonarchive, digitale Filmsammlungen, digitale Verteilnetze, etc.) mit dem Ziel, sie besser zugänglich und besser nutzbar zu machen;
  • Anreicherung der Schnittstellen zu solchen (Multimedia oder mixed Media -) Repositorien, unter anderem durch die Schaffung inhaltsbasierter und multilingualer Recherchemöglichkeiten, durch die Anwendung neuer Darstellungstechniken und vieles mehr;
  • Entwicklung von Techniken für die Durchsetzung von Urheberrechten.

Die neue Aktionslinie unter dem IST Programm garantiert also eine gewisse Kontinuität in Bezug auf den Sektor Telematik für Bibliothekendes abgelaufenen Programms Telematik-Anwendungen . Tatsächlich hatte jener Sektor allenfalls in seinen Anfängen einen eher puristischen Anstrich, und besonders in den letzten drei bis vier Jahren sind seine "Außenbeziehungen" erheblich intensiviert worden. Außer in einer breiter angelegten Projektförderung zeigte sich dies in Bemühungen, die Grundlagen für gemeinsame Anstrengungen aller Institutionen des intellektuellen und kulturellen Erbes in Europa zu eruieren und zu präsentieren. Beispielsweise haben die nationalen Verbindungsstellen des Bibliothekssektors Beiträge geliefert zu einem ausführlichen Bericht über die Situation der Bibliotheken, Museen und Archive in den Mitgliedstaaten der EU und der EFTA. Und in Verbindung mit der IFLA -Konferenz 1998 organisierte der Sektor ein vielbeachtetes zweitägiges Seminar zum Thema "Convergence in the Digital Age: Challenges for Libraries, Museums and Archives ".

Natürlich können digital libraries nicht nur für die Bewahrung, Weitergabe und Erschließung von intellektuellem und kulturellem Erbe eingesetzt werden, sondern ganz allgemein für die Befriedigung von Informationsbedürfnissen auf vielen Gebieten menschlichen Wirkens. Und in diesem Maße wird es auch Chancen für entspechende Projekte in anderen anwendungsorientierten Teilen des IST Programms geben, zum Beispiel im Rahmen der Leitaktionen I (Systeme und Dienste für den Bürger ) und II (neue Arbeitsverfahren und elektronischer Geschäftsverkehr ). Hierauf an dieser Stelle detaillierter einzugehen, würde freilich zu weit führen.

Die kreative Anwendung der unter der Überschrift Digital Libraries zusammengefaßten Forschungs- und Entwicklungsergebnisse ist eine Sache und ihre Gewinnung eine andere. Und obwohl das eine nicht strikt von dem anderen zu trennen ist, wurde im IST Programm auch Raum für solche Projekte geschaffen, die eher auf die Gewinnung denn auf die Anwendung von Ergebnissen ausgerichtet sind. Auch damit werden alte Fäden weitergesponnen: So wurde aus Mitteln des ESPRIT Programms (1994 - 1998) eine Initiative des ERCIM (European Research Consortium for Informatics and Mathematics) gefördert, die darauf abzielte, die technologischen Grundlagen von digital librariesdurch geeignet zusammengesetzte Arbeitsgruppen untersuchen zu lassen (DELOS Workshops ).

Im IST Programm ist die Förderung der Entwicklung neuer Technologien für digital libraries ebenso wie die Förderung ihrer Anwendung im wesentlichen Teil von Leitaktion III, Multimedia-Inhalte und -Werkzeuge. Insbesondere in den Arbeitsplänen der AktionslinienInformationszugang, -filterung, -analyse und -handhabung (AL5) und, mit etwas weniger Gewicht, Sprachtechnologien (AL4)werden einschlägige allgemeine und anwendungsübergreifende Themen angesprochen, welche die weitere Entwicklung von Digital LibraryTechnologien anregen können:

  • Neuen Mensch-Maschine Schnittstellen angepaßte neue Inhaltsformen (Multisensorik, Visualisierungstechniken, etc.) [AL5];
  • Modelle und Standards für die Klassifizierung, Kennzeichnung und Filterung von Informationen [AL5];
  • Methoden des Informationsmanagements (Organisation und Verwaltung multimedialer Informationsquellen; Datawarehousing und Datamining, integrierte Zugangskontrollmechanismen, Qualitätssicherung, Integritätskontrolle; etc.) [AL5];
  • Modelle, Werkzeuge und Techniken der Sprachverarbeitung für die semantische Analyse von Inhalten und die Erzeugung von Metadaten [AL4].

Die Durchführung des Programms folgt im Prinzip bewährten Mustern. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen werden - im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften - Calls for Proposals (Aufforderungen zur Einreichung von Projektanträgen) veröffentlicht, die jeweils speziellen Themen gewidmet sind. Die Auswahl und genaue Definition dieser Themen erfolgt jährlich, in Abstimmung mit einer Gruppe externer Berater. Dadurch ist eine gewisse Flexibilität gewährleistet, die die Anpassung an aktuelle Entwicklungen auf den jeweiligen Fördergebieten erlaubt. Anträge werden dem üblichen Begutachtungsprozeß unterzogen. Positiv begutachtete Anträge werden in aller Regel in Vertragsverhandlungen eingebracht.

Die zentrale Anlaufstelle für alle, das IST Programm betreffenden Informationen (offene Calls und ihre Themen, Teilnahmebedingungen, Begutachtungsverfahren und Bewertungskriterien, etc.) lautet: "http://www.cordis.lu/ist/home.html".

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